Zum Hauptinhalt springen

Unterkünfte

Anreise

Abreise

Personen / Erwachsene

Kind(er)

Kategorie

Das Ostseebad Binz auf Rügen ist bekannt für seine Bäderarchitektur. Allein entlang der Strandpromenade residieren rund 50 weiße Villen, verziert mit Türmchen, Erkern und aufwendig ornamentierten Veranden. Nichts zeugt besser von der großen Zeit der Seebäder und von den Veränderungen der Nachwendejahre als die Prachtvillen. Im Mai, dem Monat der Bäderarchitektur, gibt es deshalb zum Jubiläum 30 Jahre deutsche Einheit die Freiluftausstellung „Binzer Villen Gestern & Heute“.


Nach über zweijähriger Planungs- und Bauzeit wird der ehemalige Rettungsturm 1 des Schalenbaumeisters Ulrich Müther am 26. April um 20 Uhr mit einer Licht- und Tonshow wiedereröffnet. Das durch Abnutzung, Umwelteinflüsse und bauphysikalische Probleme stark in Mitleidenschaft gezogene Gebäude wurde durch die Wüstenrot Stiftung als operativer Bauherr und Geldgeber denkmalgerecht instandgesetzt. Die Sanierungskosten für den Rettungsturm betrugen 325.000 Euro. Ab Mai wird der Turm wieder als Außenstelle des Binzer Standesamtes für Trauungen genutzt.


Das Jahr 2018 ist für das Ostseebad Binz ein ganz besonderes. Vor 700 Jahren wurde die Ortschaft „Byntze“ zum ersten Mal - im Rahmen einer Steuererhebung - urkundlich erwähnt. Dies ist Anlass für 365 Tage Rückblick, Einblick und Ausblick mit Gästen, Einwohnern und Insulanern. Das traditionsreiche Seebad Binz steht dabei ebenso im Fokus, wie der vergleichsweise „junge“ Ortsteil Prora, die auf dem Weg zu einer gemeinsamen touristischen Marke sind.


Wenn Stürme in der kalten Jahreszeit die Ostsee bis auf den Grund aufgewühlt haben, schnappt sich Tina Pellegrin ihren Kescher und läuft zum Binzer Strand. Dann ist Bernsteinwetter! „Es ist wie ein Goldrausch“, sagt sie. „Du vergisst, dass du müde bist und dass du Hunger hast. Du vergisst, wie kalt dir eigentlich ist. Alles, was zählt, ist dieses Blinken zwischen Steinen und Tang.“


Wenn im Mai die Buchen über dem Fischerstrand ihr grünes Kleid anlegen, weiß Jürgen Kuse: Es ist Hornfisch-Zeit! Gegen vier Uhr morgens fährt der Fischer raus auf die Ostsee und holt die ersten Exemplare aus dem Stellnetz. „Wenn ich dann wieder Richtung Strand fahre, scheint die Sonne auf die weißen Villen und bringt sie zum Strahlen“, schwärmt Jürgen Kuse. Der gebürtige Binzer staunt immer wieder über die rasante Entwicklung, die das Ostseebad Binz in den vergangenen 25 Jahren genommen hat. Ihm selbst ist es ebenfalls gut ergangen - dank der rettenden Idee, den Fisch selber an die Gäste zu verkaufen. Seine Fischräucherei am Strand ist längst Kult, sogar Bundeskanzlerin Merkel war schon da. „Die Wiedervereinigung hat alle meine Erwartungen übertroffen“, sagt Jürgen Kuse.


Wenn Finbarr Corrigan früh am Morgen mit seinem Käscher in Richtung Ostsee unterwegs ist, dann wissen die Gäste im Ostseebad Binz: Es ist Bernsteinwetter! „Wenn ich am Strand entlang laufe, habe ich häufig andere Schatzsucher hinter mir“, erzählt der gebürtige Engländer, der als „Bernsteinfischer von Rügen“ bekannt ist. Wer selbst ein schönes Exemplar gefunden hat, kann es sich in Corrigans Bernsteinladen schleifen und polieren lassen