Der Schmachter See

Nur etwa 700 Meter vom Binzer Ostseestrand entfernt, erwartet die Besucher im Westen des Ostseebades der Schmachter See. Dieser verträumte, schilfumrandete Binnensee ist etwa 135 Hektar groß und empfängt mit einer ganz eigenen, ruhigen Atmosphäre. Die Promenade am Schmachter See ist insbesondere am Abend ein beliebter Treffpunkt, um den Sonnenuntergang zu erleben. Ein ausgeschilderter Wanderweg führt auf Teilstücken am See entlang (kein Rundweg!). Bis April 2003 wurde der Uferbereich in Binz ausgebaut und es entstand der Park der Sinne.
>>> Weitere Informationen zum Park der Sinne

Das Gebiet des Schmachter Sees entstand gegen Ende der Eiszeit, als hier eine Gletscherzunge lag. Das Tal entwickelte sich zum See, später zu einer Meeresbucht der Ostsee. Vor 5.000 Jahren wurde das Seebecken durch die Nehrung der „Schmalen Heide“ von der Ostsee abgeriegelt. Übrig blieb faktisch ein Rinnsal, der das Niederungsgebiet des Schmachter Sees in die Ostsee entwässert. Dieser Entwässerungsgraben wird als „Ahlbeck“ bezeichnet. Der südliche Teil des Sees verlandete zunehmend. Er hat heute im Zentrum nur noch ein bis zwei Meter Wassertiefe. Starke „Mudde“–Schichten (Schlamm) bedecken seinen Grund.  

Die Hänge sind überwiegend von naturnahem Buchenwald bedeckt, der Hangfuß durch Sickerquellen durchsetzt. Erlenbrüche und Sümpfe schließen sich seewärts an. Zum Teil bilden Röhrichte und Schwingmoorvegetation die Ufer. Alle Vegetationskomplexe sind reich an gefährdeten Pflanzenarten. Der Schmachter See sowie seine Uferbereiche sind Brut-, Rast- und Nahrungsbiotop einer artenreichen Vogelwelt, unter anderem Rohrdommel, Drosselrohrsänger, Graugans, Entenarten, Gänse- und Zwergsäger, See- und Fischadler. 

Als Fangerien wird ein Buchenwald am Nordwestufer des Sees bezeichnet. Zu spannenden Waldexkursionen lädt ganzjährig das Naturerbe Zentrum RÜGEN ein. Begleiten Sie die Naturführer zu hochdramatischen Aufschlüssen der Erdgeschichte, alten Küstenlinien und versunkenen Orten.

Ganz in der Nähe, jedoch wenig bekannt, befinden sich Großsteingräber - Giganten der Steinzeit -, die man auf einer geführten archäologischen und naturkundlichen Exkursion entdecken kann.

Die Siedlung Schmacht am südlichen Teil des Sees gab dem See seinen Namen. Bei der Siedlung handelt es sich um einen Einzelhof, der im 14. Jahrhundert erstmalig erwähnt wurde und zur Herrschaft Streu gehörte. Zwischenzeitlich wechselte der Einzelhof öfter seinen Besitzer. Heute gehört die Siedlung zur Gemeinde Zirkow und besteht aus ein paar wenigen Häusern.

>> Rad- und Wanderkarte Granitz und Schmachter See